Privatimkerei-Peggywirkner-Hamburg.de
Wir geben Bienen ein Zuhause.

Über uns 

Ich bin eher zufällig zu den Bienen gekommen. Hätte mir vor 10 Jahren einer gesagt, dass ich Imkerin werde, hatte ich wohl schallend gelacht.  Ein befreundeter Imker bat mich seinerzeit ihm beim Transport von einigen Kisten zu helfen. Ich habe mir nichts dabei gedacht und habe zugesagt. Am verabredeten Ort sah ich schon, welche Kisten er meint Bienenstöcke... bewohnte! Nun denn, die Bienenstöcke wurden transportiert, aber wirklich wohl war mir nicht dabei. Erst recht nicht, als er das Flugloch nach dem Transport öffnete und die Bienen rauskamen. Dann, vielleicht wollte er mir meine Angst / Besorgnis nehmen, nahm er den Deckel ab, zog Waben und fing an mir zu zeigen was da so ist. Vor allem, den Bautrupp, wo eine Biene an der anderen hing, fand ich seinerzeit interessant und irgendwie auch niedlich. Er erkannte das, nahm ihn ab und drückte ihn mir in die Hand. Nicht ohne sich köstlich zu amüsieren: damals wusste ich noch nicht: Baubienen sind junge Bienen und haben keinen Stachel... Von dem Moment an war ich fasziniert von den Wesen und bin immer häufiger zu seinem Stand gegangen und habe mitgemacht. Erzählt habe ich das aber keinem. Ich hatte wie viele andere auch die Idee: Imker sind alte Männer mit Pfeife und Hut. Wie passt da eine Frau Ende 20 dazu? Gar nicht, also Klappe halten und hoffen, dass es keiner rausfindet. Aber mittlerweile ist es deutlich anders: Ich bin stolz auf meinem kleine Imkerei und die Selbstständigkeit. Das liegt aber auch daran, dass Imkerei mittlerweile "in" ist und eher einen Aufschwung erfährt.

 

Den Schritt in die eigenständige Imkerei und der damit verbundenen Selbstständigkeit habe ich insgeheim immer gewünscht und doch irgendwie gefürchtet. Bei einem großen und sehr erfahrenen Imker mitzumachen ist eins. Selbst Bienen mit allen Konsequenzen anzuschaffen ist etwas anderes. Zumal mir klar war - es wird nicht bei wenigen Völkern bleiben. Ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt, viele Völker zu betreuen und irgendwann war die Menge der Reiz. Die vielen Willis und Majas mögen alle gleich aussehen, aber zwischen den Völkern gibt es viele Unterschiede. Und genau das ist die Herausforderung. Viele Völker aber heißen: eigenes Unternehmen, Selbstständigkeit, rechtliche und bürokratische Hürden, ein hohes finanzielles Risiko, da ich mit meinem Privatvermögen für alles hafte.

Irgendwann, im Sommer 2014 fiel die Entscheidung, dass ich mir doch ein eigenes Bienenvolk zulege, gleich in der nächsten Bienensaison. Es war aber klar: das ist nur ein Volk von vielen kommenden. Wenn, dann richtig und selbstständig, das war klar. Mein befreundeter Imker bot mir an, dass mir ich als Dankeschön für meine jahrelange Unterstützung gerne 2, 3 Ableger für meinen Start ziehen dürfte. Dann aber habe ich mir im Oktober das Knie gebrochen, wurde mehrfach operiert und hatte sehr lange zu kämpfen. Die Imkerei rückte plötzlich in weiter Ferne. Sogar mein Hauptjob und mein Nebenjob in der Gastro (Küche, als Hobby & Ausgleich) waren gefährdet. Langsam, sehr langsam wurde es besser und ich kann mittlerweile wieder fast uneingeschränkt arbeiten. Die Imkerei geriet dann schnell wieder in den Fokus, aber immer Stand die Frage im Raum: "Hält das Knie?" Die zu schleppenden Gewichte sind hoch, ein voller Honigraum wiegt schnell um die 30Kg und mehr.

Aber letzte Jahr war es so, dass ich mir sagt: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Ich habe mich also kurzentschlossen 2016 für eine Vielzahl an diversen Imkerfortbildungen angemeldet, drei Bienenvölker gekauft und losgelegt. Stand Ende August 2017 sind es nun 54 Völker.

 Mein Bruder Rocco hilt ab und an aus. Seine Freundin Laura hat auch ihre Hilfe angeboten, worüber ich mich riesig freue. Es ist so gesehen ein kleines Familienunternehmen bestehend aus Bruder und Schwester   :o)


 

Das Unternehmen

Meine Nebenerwerbs - Imkerei wurde 2016 mit drei Bienenvölker eröffnet. Dieser erste eigene Standort ist in Hamburg - Neuengamme. Der Erlös des Honigverkaufes dieses Standortes kommt der KZ - Gedenkstätte Neuengamme zugute. Meine Bienen und ich arbeiten also an diesem Standort ehrenamtlich und das macht richtig Spaß. Die Bienen stehen zwar auf Gedenkstättengelände, aber weit weg von den Besuchern. Die Gefühle von Überlebenden, ihren Familien und Hinterbliebenen sollen auf keinen Fall verletzt werden. Deswegen habe ich mich mit meiner Anfrage auch sehr schwer getan. Seitens der Gedenkstätte erbat man sich Bedenkzeit, um das in Ruhe zu prüfen und auch mit den Mitarbeitern (angestellt wíe ehrenamtlich) zu erörtern. Ich bekam die Zusage und einen sehr schönen Standort angeboten.

Im Sommer 2016 habe ich auch eine Anfrage eines Kleingartenvereines aus Barsbüttel erhalten. Man war zufällig auf meine Anzeige "Bienenstandort gesucht" gestoßen und nahm Kontakt auf. Im Verein hatte man festgestellt, dass wenig Bienen unterwegs sind und es auch irgendwie nicht mehr so grünt & blüht wie gewünscht. Da dort im Umfeld scheinbar keine oder nicht genut Bienenvölker leben, suchte man einen Imker. Ich habe mir das Umfeld angesehen und war begeistert. Direkt an der Landesgrenze zu Hamburg gelegen, keine 30 Minuten von zuhause entfernt, mehr als genug Nahrung und Wasser für die Bienen. Was will man mehr?

Ich bekam so Kontakt zu der Sachbearbeiterin des Barsbütteler Rathauses. Ihr ist sehr stark an Bienen und der Erhaltung der Natur auf den von ihr betreuten Flächen gelegen und so war die Stellgenehmigung auf dem städtischen Grundstück kein Problem. Ende Juli 2016 zogen dort vier Völker ein und nun waren es sieben insgesamt.

Anfang des Jahres 2017 fiel die endgültige Entscheidung, meine Imkerei zum Nebenerwerk auszubauen. Die Imkerei als Beruf, wenn auch nur als Zweitberuf, ist mein Wunsch und Ziel. Also nahm ich wieder Kontakt auf zum Bezirksamt Barsbüttel und es wurde ein Termin abgesprochen. Ich erhielt Vorschläge für weitere Stellflächen im Bereich Barsbüttel (angrenzend Hamburg und Glinde). Drei der Stellplätze werden dieses Jahr übernommen. Ich muss dazu sagen, dass ich einen solchen Service noch nie zuvor erlebt habe. Das war grandios und einfach toll. Da fühlt man sich gut aufgehoben.

Jetzt, ein Jahr später sieht es schon anders aus:

Nun habe ich 54 Völker an nun 5 Standorten und die Imkerei wächst und gedeiht. Ich habe in Trittau einen Schleuderraum gemietet, der auch als Lager dienen wird. Dort wird ab 2018 einmal pro Woche ein "Lagerverkauf" angeboten.

Der Honig wird im Familienunternehmen "Backparadies Hornung" verkauft. Dieses Unternehmen hat 5 Filialen und diese sind nur knapp 500m-3.000m von den Bienenstöcken entfernt. Es ist daher sicher nicht übertrieben, wenn ich davon spreche, dass der dort verkaufte Honig sehr regional ist.

 

Weiterhin wird der Honig auf dem Markt verkauft:

Mittwoch und Samstag: Alter Steinweg

Freitag: Hamm

 

Ich bin wann immer die Zeit es zulässt mit dem Honig auf dem Flohmarkt. Das klingt im ersten Moment komisch, da dort aber auch Obst und Backwaren verkauft werden, passt es wieder sehr gut. Die Standtage und Standorte werden von mir auf Facebook veröffentlicht.

 

 

Qualität

Der von meinen "Mädels" produzierte Honig wird standortweise geschleudert und somit entstehen dieses Jahr 10 verschiedene Honige: je 5x Frühtracht und 5x Spättracht. Naturgemäß schmeckt jeder Honig anders, da die Zusammensetzung jeweils eine andere ist. Letztes Jahr hatte ich eine "ganz wilde Mischung": 1/3 Raps, 1/3 Wald und der Rest diverse Blüten. Der Geschmackt war im ersten Moment ungewohnt und spannend, aber dann war er megalecker. Der war dann wahnsinnig schnell alle und selbst ich als Imkerin stand plötzlich mit meinem Brötchen vor dem leeren Honigglas.

 

Die stets unterschiedlichen Geschmäcker unterscheiden auch den Imkerhonig von dem aus dem Supermarkt:

Der Kunde gewöhnt sich daran, wie der im Supermarkt gekaufte Honig schmeckt und verlangt vom Hersteller, dass er immer so schmeckt. Schmeckt er mal anders, wird gleich ein Mangel vermutet. Aber genau das ist es nicht, im Gegenteil: der Honig ist größtenteils so, wie aus dem Bienenstock entnommen wird. Der Geschmackt stammt von dem gesammelten Nektar etc: mal blüht Raps, mal blüht er nicht (Fruchtfolge), manchmal ist mehr Obstblüte besucht worden, manchmal flogen sie lieber in den Wald etc. Es kommt halt immer auf das Trachtangebot an, das die Bienen vorfinden und das ist jedes Jahr anders.

 

Damit der Honig im Supermarkt immer gleich schmeckt geschieht im Wesentlichen und stark verkürzt folgendes:

Er wird oft weltweit (Vermerk: "stammt aus EU - und Nicht - EU - Ländern) eingekauft und nach Analyse gelagert. Damit der Honig einen bestimmten Geschmackt hat muss er jeweils eine bestimmte Menge an den verschiedenen Bestandteilen haben. Also wird er im "Baukastensystem" zusammengesetzt und es kommt eben zu einer weltweiten Mischung in nur einem Glas. Dafür schmeckt er aber auch immer gleich, was der Kunde erwartet und verlangt. Viele sind sich wohl über dieses Baukastensystem nicht im Klaren und eben auch nicht, dass es eben kein Zeichen guter Qualität ist. Der Honig ist technisch betrachtet "in Ordnung", aber er ist eben nicht ursprünglich, sondern künstlich durch Mischungen verschiedener Honige von überall auf der Welt entstanden.

 

Bei mir werden maximal die Honige eines Standortes (max. 5 Völker pro Schleudergang) vermischt. Die Honige verschiedener Standorte würde ich nur um absoluten Ausnahmevoll miteinander vermengen, vielleicht um einen anderen Geschmack zu erreichen. Dieses Charge wird aber dann als solche "Mischung" auch kenntlich gemacht. Wo die Herkunft (Barsbüttel / HH - Neuengamme) angegeben ist, ist auch tatsächlich nur der Honig von dort drin. Die Barsbütteler Honige werden mit einem Kürzel versehen, damit ich diesen dem jeweiligen Standort und Schleudergang zuordnen kann.

Bei "vermieteten" Völkern wird jedes einzeln abgeschleudert, außer ein Kunde hat mehrere gemietet und wünscht alles in einem Schleudergang.

 

Verarbeitung:

Der Blütenhonig wird nach dem Rühren ins Glas gefüllt. Er wird naturgemäß irgendwann kristalisieren. Das ist aber ein ganz normaler Vorgang. Meist aber halten die Gläser nicht so lange und der Honig ist vorher alle. Falls er doch einmal längere Zeit stehen und kristalisieren sollte: einfach in ein Wasserbad (nicht über 40Grad) stellen und leicht erhitzen. Er lässt sich dann wieder verflüssigen.

Eine Teil der Ernte wird zu cremigen Honig verarbeitet. Viele Kunden lieben ihn. Jedoch hat diese Cremigkeit den Nachteil, dass die Verarbeitung des Honigs wertvolle Inhaltsstoffe zerstört.

Der Honig eines Volkes wird zu sogenanntem Presshonig verarbeitet. Das ist die ursprüngliche Art den Honig ins Glas zu bekommen. In diesem Presshonig finden sich immer mal wieder kleine Schwebteilchen (Pollen & Wachs). Die sind vollkommen ungefährlich, geben aber zusätzlichen Geschmack an den Honig ab.

 

 

Lagerung

Ich möchte, dass Sie möglichst lange die gute Qualität meines Honigs genießen können. Daher bitte ich Sie, bei der Lagerung des Honigs ein paar kleine, aber bedeutende Dinge zu beachten

- trocken lagern (Honig zieht Wasser), daher den Deckel bitte schließen

- dunkel lagen:bei praller Sonneneinstrahlung besteht die Gefahr, dass sich der Honig in seine Bestandteile auftrennt. Das mag schaurig schön aussehen, ist aber nicht gewollt. Der  Honig ist trotzdem noch genießbar: zum Backen, für Nachtisch, Herstellen von Met etc.

- bitte kühl lagern. Es muss aber nicht der Kühlschrank sein. In der prallen Sonne "altert" der Honig schneller. Das Wechselbad je nach Sonnenstand und Sonneneintrahlung: kühl-heiß-kühl macht es dem Honig nicht gerade leicht.